Archiv für September 2013

Karte zeigen: NPD-Aufzüge in der Oberpfalz von über tausend Nazi-Gegnern gestört


Ganze zweimal hat sich Anfang des Monats die rückschrittliche Partei in die Öffentlichkeit der Oberpfalz gewagt, Amberg und Regensburg mussten das Theater der NPD ertragen –
aber nicht ohne lautstark und entschlossen zu zeigen was man von dem braunen Spuk hält.

In Regensburg standen mehr als 1000 Gegendemonstranten dem Elendshäufchen der Nationalisten-Partei um Karl Richter gegenüber, die Vergebens versuchten ihren kruden Mist in die Stadt zu
posaunen. Ursprünglich sollte die braune Kundgebung am Kohlenmarkt stattfinden, musste aber kurzfristig auf die Westseite des Doms verlegt werden – wegen der hohen Anzahl an Gegendemonstranten war eine Durchfahrt zum Kohlenmarkt nicht mehr möglich.

Von dem Aufzug war nichts zu verstehen, Dank den Massen von Protestlern und nicht zuletzt von den Domglocken, die Bischof Rudolf Voderholzer gegen 18.30 Uhr läuten ließ, um braune Parolen zu übertönen.

Nach Beendigung der Veranstaltung wollten die Rechten in Richtung Kornmarkt abfahren.
Die Route wurde durch zahlreiche Gegendemonstranten blockiert.
Die Polizei berichtet von Personen, die sich auf die Fahrbahn legten oder setzten. Nach mehrmaliger Aufforderung, die Straße frei zu geben und Androhung von unmittelbarem Zwang bahnte die Polizei mit ekelhaftester Gewalt eine Gasse für die Nazis.
Wie so oft in solchen Fällen beklagt die Polizei die darausfolgende, absehbare Eskalation, deren Ursache nichts anderes als die gewaltsame und brutale Räumung einer Sitzblockade gegen einen einzigen LKW von Faschisten war.
Übereifrige, erlebnisorientierte Beamte hielten es für Nötig mit Pfefferspray und körperlicher Gewalt in Form von Schlägen oder Tritten gegen Demonstranten vorzugehen.
Es lagen am daraufolgenden Freitag drei Anzeigen gegen Polizisten vor. Ein Demonstrant geht gegen den Pfefferspray-Einsatz vor, ein zweiter schilderte Tritte eines Beamten, ein dritter sieht durch die Polizei sein Recht auf Versammlungsfreiheit verletzt.
Kurz: Die bayerische Polizei hat wieder einmal ihrem Ruf alle Ehre gemacht und eine NPD-Kundgebung mit aller Macht verteidigt.

Leitender Polizeidirektor Wolfgang Mache hatte die Ausschreitungen „so nicht erwartet“. Er verteidigte am Freitag das Vorgehen mit Verweis auf das Grundgesetz, das auch der NPD Versammlungsfreiheit garantiert, die Versammlungsfreiehit von NeoNazis, die, wenn sie könnten, so manch Anderen aufgrund ihres beschränkten Menschenbildes diese Freiheit absprechen würden.

Drei Beamte seien leicht verletzt worden, es werden Tinitus und die üblichen Wehwehchen beklagt. Es kam zu sechs Festnahmen.

In den frühen Morgenstunden des Donnerstag war eine Schaufensterscheibe des Parteibüros der Linken in der Obermünsterstraße in Regensburg eingeschlagen worden. Der Schaden wird auf etwa 500 Euro beziffert. Hintergründe zu der Sachbeschädigung sind bis dato unbekannt.

Auf dem Platz vor der Spitalkirche in Amberg ging es beim nächsten Stop der braunen Horde Vormittags heiß her. Zahlreiche Demonstranten von Verdi Amberg-Sulzbach, der IG Metall Amberg, dem Roten Stern Amberg und „Amberger Bunt“, der neuen Wählergruppierung für den Stadtrat kamen dort zusammen, um gegen die Kundgebung der NPD zu demonstrieren. Auch vom Aktionsbündnis Weiden ist bunt“ bekamen die Demonstranten Unterstützung. Außerdem beteiligten sich viele Amberger Passanten an der Gegen-Demonstration.

Mit Trillerpfeifen und Parolen wie „Nazis raus!“ übertönten die Demonstranten die Propaganda der Rechten, außerdem machten Sie mit antifaschistischen Aussagen auf T-Shirts, Bannern und Plakaten ihren Standpunkt deutlich: „Wir wollen keine Nazis in Amberg!“

Der Handvoll Hassprediger wurde in Amberg ein klares Zeichen aufgezeigt, die NPD-Redner Sigrid Schüßler und Karl Richter wussten sich letzten Endes nicht mehr anders zu helfen als die Gegendemonstranten peinlichst zu beschimpfen und der NPD-Kopf aus Neumarkt, Heidrich Klenhart, wurde von einem Nazi-Gegner mit Nachdruck des Platzes verwiesen – dieser Aufforderung kam Klenhart auch stolpernd nach.

(Richter)

Ende vom Lied:
Die NPD heult auf ihrer designtechnisch und inhaltlich geschmacklosen Internetseite darüber, dass sogar Rollstuhlfahrer gegen die Thesen von Vorgestern protestiert haben und weil es scheinbar noch immer
lächerlicher geht, wurde eine Klage gegen die Kirchenoberen in Regensburg von Seiten der Braunen angekündigt. Das Glockengeläut, das die NPD auch vom Neupfarrplatz vernommen haben will, stelle einen Verstoß gegen die Versammlungsfreiheit dar. Die Kirchenoberen hätten so versucht, eine legale Veranstaltung zu stören. Zurecht.

Video vom Amberger Spektakel:
https://flowcenter2.flowworks.de/mfc/medialink/925/ded0a2fa131f41718f81b647804fcfe1a107a576115d5d47af8ce08e523f205de8/NPD_Kundgebung_Gegendemonstrat.mp4


Doch nicht nur wegen diesem Akt des Protestes schäumt die NPD derzeit vor Wut: Als die Rechten am Mittwochnachmittag mit ihrer Bayern-Tour Station im unterfränkischen Aschaffenburg machten, wurde „der komplette Begleittroß des Wahlkampfteams sowie Parteichef Holger Apfel vorübergehend festgenommen“, schreibt Richter. Laut dem Polizeipräsidium Unterfranken kam es vor Ort zu zwei Zwischenfällen, bei dem „Löschschaum bzw. Löschpulver“ versprüht worden sein soll. Dabei sei ein Fahrradfahrer leicht verletzt worden. Weil sich seitens NPD der Täter nicht erkennen gegeben habe, habe man 13 Personen festgenommen.

Wieder einmal wurde gezeigt was man von der NPD hält:
GEGEN NAZIS – IN DER OBERPFALZ UND ÜBERALL!