Neumarkt: Rechte Schläger verurteilt


Für 3 Jugendliche aus dem Landkreis Neumarkt endete eine fröhliche Faschingsnacht vor rund eineinhalb Jahren im Krankenhaus mit Prellungen und Schürfwunden, nachdem sie von zwei Männern mit NeoNazi-Hintergrund attackiert wurden.

Die Angreifer, 18 und 20 Jahre alt, mussten sich nun wegen gefährlicher Körperverletzung vor dem Amtsgericht Neumarkt verantworten.
Nach fünf Stunden Verhandlung konnte kein Motiv festgestellt werden, nur soviel:

Die Angreifer hatten bereits auf der Party mit rechten Parolen provozieren wollen.
Anstatt sich darauf einzulassen verliess das Trio die Party, die ein Sportverein im nördlichen Landkreis veranstaltet hatte, wurden aber von den 2 Rechten verfolgt.

100 Meter von der elterlichen Haustür entfernt, holten die beiden Angeklagten das Trio ein. Der 18-Jährige verpasste einem der beiden Jungen sofort einen Faustschlag, mit den Worten: „Gib zu, dass du mich vorhin dumm angemacht hast.“ Der Geschlagene weigerte sich und bekam erneut Prügel. Als sein Freund ihm zu Hilfe eilen wollte, mischte sich auch der zweite Angeklagte ein. Er schubste den 16-Jährigen zu Boden. Dann traten beide auf ihn ein, auf Kopf und Oberkörper. Die Täter ließen auch dann nicht von dem Jungen ab, als sich dessen Freundin auf ihn warf, um ihn zu schützen. Sie bekam ebenfalls Tritte. Erst als der Großvater des Mädchens, alarmiert durch den Dritten im Bunde, hinzukam, suchten die Männer das Weite — um im Vereinsheim weiterzufeiern. Als der Großvater sie dort der Polizei übergeben wollte, schlug der 18-Jährige auch ihn zu Boden. Nicht ohne, wie schon bei dem Gewaltausbruch zuvor, den Hitlergruß zu zeigen und rechte Sprüche zu rufen.

Die Angeklagten gestanden die Tat schließlich, Beide bekamen nach Jugendstrafrecht ein Jahr und drei Monate auf Bewährung. Weil der 18-Jährige öfter zuschlug, muss er außerdem an die vier Geschädigten je 250 Euro zahlen. Sein Freund muss 1000 Euro an den Jugendfonds Neumarkt und je 250 Euro an das Mädchen und ihren Freund entrichten.