Protestmarsch der Flüchtlinge hat begonnen!


Der Suizid des iranischen Flüchtlings Mohammad Rahsepar im Würzburger Flüchtlingslager am Anfang dieses Jahres hat bundesweite Proteste von Flüchtlingen ausgelöst. Nachdem Flüchtlinge aus Würzburg mit einem monatelangen Protestcamp in der Innenstadt auf ihre verzweifelte Lage aufmerksam machten, folgten Asylsuchende aus neun Städten ihrem Beispiel.
Immer wieder traten Flüchtlinge hierbei in den Hungerstreik.

Für den 8.09. wurde diesbezüglich eine Solidaritätsdemonstration mit über 400 Menschen und ein anschliessender Protestmarsch von Würzburg nach Berlin gestartet.

Gemäss des Plans vom Organizations-Komitee, versammelten sich am 8. September 2012 Flüchtlinge begleitet durch andere Protestierende aus ganz Deutschland am Zelt der Asylsuchenden in Würzburg und starteten ihre Protestdemonstration. Die Teilnehmer_innen, die mit mehr als 400 Personen zu beziffern waren, riefen Parolen, wie „Kein Mensch ist illegal“ , „Stoppt die Abschiebung“, „Schafft den eingeschränkten Bewegungsradius ab“. Sie setzten ihren Weg entlang der von der „Logistikgruppe“ vordefinierten Strecke Richtung stadtauswärts fort.
Es ist zu erwähnen, dass die aktive Teilnahme von Demonstranten und Presse entlang der Demonstrationsstrecke, jede Einmischung der Polizei oder die Festnahme der Flüchtlingen, die sich ausserhalb der erlaubten Bewegungsradius ihres Asylheimes befanden, verhinderte. Die Demonstration endete am „Real Parkplatz“ der Stadt Würzburg.
Während der Veranstaltung kamen über 1000 Euro Spenden zusammen. Das Geld soll für zukünftige Anwalts- und Gerichtskosten verwendet werden.
Mit der Beendigung der Demonstration, ist der Fussmarsch Richtung Berlin in die Realisierungs-Phase eingetreten. Eine Gruppe aus 70 Personen, die aus protestierenden Flüchtlingen und Aktivist_innen im Bereich Asyl, startete den Fussmarsch Richtung der Stadt „Bitbach“, die 24 Kilometer von Würzburg entfernt liegt. Eine zweite Gruppe startete die „Bus-Route“ und wird an diesem ersten Tag die Strecke Würzburg–Frankfurt hinter sich bringen.

Demonstration am Samstag..

Protest-Camp Würzburg..

Gedenken an Mohammad Rahsepar..

Wir wünschen den Protestierenden viel Erfolg und solidarisieren uns mit ihrem Anliegen, die Abschaffung der Residenzpflicht für Flüchtlinge, Asylverfahren zu beschleunigen, dezentrale Unterbringung zu ermöglichen, den Flüchtlingen ein Recht auf Arbeit zuzugestehen und ihre medizinische Versorgung sicherzustellen.
Für ein selbstbestimmtes Leben!

„Wir beginnen diese Reise, um uns selbst, den restlichen Asylsuchenden, den Bürgern und der Regierung selbst zu beweisen, dass unsere unterdrückten Körper gemeinsam die Macht haben, uns zu unseren Rechten zu führen.“
Aus der Erklärung zu dem Protestmarsch

Info:
http://asylstrikeberlin.wordpress.com/

http://www.refugeetentaction.net/index.php?lang=de

http://www.thecaravan.org/

http://antirawuerzburg.blogsport.de/