Archiv für März 2011

Teurer Polizei-Einsatz wegen 40 Punks


Man erwartete wohl das schlimmste, das massive Polizei-Aufgebot am 12.03. erinnerte eher an den Besuch eines Politikers oder der Fahndung eines vermeintlichen Terroristen, als das Bestreben einer Punkerfeier den Strich durch die Rechnung zu machen. Neumarkt bereitete sich auf das schlimmste vor, erwartete einen Einzug des Chaos in das ruhige Städtchen, stattdessen kamen gegen aller Vorurteile und Ängste 40 friedliche Punks gegen Mittag an den Neumarkter Bahnhof um sich einen netten Tag zu machen.
Ein weiteres, teueres Fettnäpfchen, in das sich die Polizei Neumarkt hineinmanövrierte.

Empörendes Vorgehen der Polizei:
Menschen die in das Raster potentieller „Chaos-Party“-Teilnehmer fielen, wurden eingeschüchtert, schikanösen
Kontrollen unterzogen. Nach dem Erwerb alkoholischer Getränke (ungeöffnet) wurden diese sofort nach verlassen der Geschäfte, noch vor dem Gebäude beschlagnahmt. Es stellt eine Diskriminierung dar, wenn öffentliche Geschäfte und Discounter bezüglich eines inoffiziellen Geheiss der Polizei, Menschen die man anhand ihres äusserlichen Erscheinungsbild einer Gruppe zuzuordnen könnte, den Erwerb bestimmter Waren zu verweigern.
Die Neumarkter Polizei bedankt sich für die Unterstützung ihres dilettantischen Konzepts.

Wie definiert man „Punks“, in einer Gesellschaft in der Irokesenschnitt, bunte Haare und Piercings längst gängige Mode sind, wie argumentieren Geschäftsführer eines Discounters, wenn sie einer Person, welche eventuell aufgrund ihres Aussehens ein Punk sein könnte, den Einkauf verweigern.
Es ist kaum zu Glauben und beängstigend das Menschen diese Ausgrenzung der Polizei ohne zu Hinterfragen unterstützen.

Helmut Lukas, gegen welchen 2009 die Staatsanwaltschaft wegen des Vorwurfs der Urkundenfälschung ermittelte (http://www.mittelbayerische.de/index.cfm?pid=3075&pk=356450&p=1), leitete den teuren Einsatz und war persönlich vor Ort um dem möglichen Chaos ein Ende zu bereiten. Selbst der Staatsschutz liess es sich nicht nehmen nach dem rechten zu sehen und kontrollierte „verdächtige“ Personen.

Geschätzte hundert Einsatzkräfte waren vor Ort, auch aus anderen Landkreisen um die Gefahr zu bannen und
um Steuergelder sinnvoll, in Form von in der Sonne stehender Beamter, auszugeben.

Sämtliche Strassen wurden überwacht, um Autos in denen sich Punks befinden könnten zu kontrollieren, in der Innenstadt patroulierten Streifenwagen und auch vor dem Hausprojekt „alte Schule“ positionierten sich Einsatzfahrzeuge, vermutlich um deren Bewohner einzuschüchtern.

Wieviele Polizisten genau im Einsatz waren verschweigt die Dienststelle Neumarkt, zurecht –
Dieses Übertriebene Aufgebot dürfte selbst für Lukas eine Peinlichkeit darstellen, bedenkt man das das befürchtete „Chaos“ niemals eingetroffen wäre, mit oder ohne Staatsgewalt.

Wie teuer darf eine unsinnige Überwachung von feiernden Menschen sein?
Woher kommt diese Angst vor Jugendlichen die man als „Punks“ bezeichnet?
Eine eingeimpfte Ablehnung gegen alles was sich der Norm nicht beugt.
Es ist die Wahrung einer konservativen Ordnung, in welcher Nichts gesellschaftsabweichendes
seinen Platz finden darf, in der Menschen, die nicht in das bayerische Weltbild passen durch Staatsgewalt diffamiert werden.

Derartige Präsenz zeigt die Polizei Neumarkt nicht einmal auf den NM Volksfesten, bei welchem der Alkohol in Strömen fliesst, bei dem sich deren betrunkenen Besucher in den späten Abendstunden zu Massen in der Innenstadt aufhalten. Bei dem mehr als 40 Personen mit offenen Spiritousen durch Neumarkt laufen.

Die Pressen betitelten ihre Artikel:
Chaos-Party-Day verlief ohne größere Störungen“ oder „Die Sauf-Party war bald vorbei“. In unkritischen Artikeln wird das Polizeiaufgebot gerechtfertigt.
Ein passenderer Titel würde wohl lauten:
Polizei schleudert Steuern aus dem Fenster um eine Feier im Keim zu ersticken“.

Zum Abschluss bleibt nur eines zu sagen:
Der 12.03. stellte ein weiteres, absolutes Armutszeugnis von Seiten der Polizei dar.

Gegen Kontrolle und Polizei-Staat!
Gegen diskriminierung von Menschen aufgrund ihrer Äusserlichkeiten!
FÜR EINE SINNVOLLE NUTZUNG DER STEUERGELDER!